Esxence 2016

Vorweg: Ein Tag auf der Esxence ist ganz definitiv zu wenig. Es gibt gefühltermassen tausende Dinge zu riechen, die einen interessieren würden, doch die Nase hat nur beschränkte Kapazitäten. Noch dazu gibt es etwa 100 Parfums, die man gerne kommentieren würde, eben weil man sie so toll fand. Dies kann man zwar nach und nach machen, aber es braucht eben viel Zeit – sowohl zum Schreiben als auch zum Lesen. Im Sinne eines Kurzüberblicks hier

meine persönlichen Highlights (keine Garantie auf Vollständigkeit):

 

Taklamakan (Stéphane Humbert Lucas 777): Ich liebe diesen Duft. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Mein persönliches Highlight der Esxence und der einzige Duft, den ich mir dort auf die Haut gesprüht habe. Wieder einmal das Wüstenthema, diesmal die chinesische Wüste. Aber diese trockenen Harze und Hölzer mit der Pudrigkeit der Iris sind einfach nur genial. Habe ich übrigens schon einmal erwähnt, dass kaum ein anderer Parfümeur so gut mit Iris umzugehen weiss? Wenn nicht, hole ich es hier nach.

 

Costarela (Carner Barcelona): Der Nischenmarkt hat die Aquaten für sich entdeckt – das wurde irgendwie auch schön langsam Zeit. Costarela unterscheidet sich ganz deutlich von den anderen Düften von Carner Barcelona, eben da er aquatisch, leicht und ein schöner Sommerduft ist, doch lässt nicht die typisch-schöne Handschrift der Marke vermissen. Alles ruht auf einer schön ambratischen Basis. Wie der Schein der Sonne am frühen Abend auf Haut, die noch salzig vom Bad im Meer ist.

 

Santal Basmati (Affinessence): Reis in einem Parfum und dazu noch Sandelholz. Endlich einmal etwas anderes. Und noch dazu ist es auf eine merkwürdige Art und Weise durchaus erotisch.

 

Amouroud: Ouddüfte für Leute, die noch ein wenig Angst vor Oud haben. Meine absoluten Lieblinge dieser Kollektion sind Sensual Orchid (perfekt

für den dramatischen Auftritt am Abend, aber wirklich nur zu tragen, wenn man die Aufmerksamkeit, die man damit auf sich zieht, auch aushalten kann) und auch Miel Sauvage (herrlich unklebriger Honig).

 

Ukiyo-E (Gri Gri): Das Konzept von Tattoos, welches hinter der Marke steht, spricht mich persönlich zwar nicht so stark an, eben da ich keine Tattoos besitze, doch dieses Parfum dafür umso mehr. Schön weiche Teenoten mit ein wenig Reis. Dezenter Japan-Kitsch, irgendwie einfach nur eine unglaublich sanfte Schönheit.

 

À la carte (Lengling): Gut, dieses Parfum kam schon letztes Jahr auf den Markt, aber irgendwie habe ich verschlafen, wie toll dieses Parfum ist. Klassische Gourmandnoten so verbaut, dass sie wirklich einen grossen Auftritt am Abend garantieren und nicht allzu essbar riechen.

 

Sweet Vanilla (Montale): Auch keine Neuerscheinung aus 2016, aber irgendwie nirgendwo zu bekommen. Erinnert an Dulcis in Fundo von Profumum

Roma. Schwer zu tragen, da er wirklich nach Essen riecht, aber einfach so schön zum Einkuscheln.

 

Scandinavian Crime (LM Parfums): Früher unter «Unique Russia» als limitierte Edition verkauft, jetzt unter neuem Namen auf dem Markt. Es hat

schon seinen Grund, dass man so etwas Geniales nicht vom Markt nimmt.

 

The Gate Fragrances: Eine Liebesgeschichte vom ersten Kennenlernen bis über den Tod hinaus in Parfumform. Vielleicht nicht unglaublich originell, aber wirklich sehr schön. Und vor allem sooo romantisch, hach!