Kaffeepiraten

Abgesehen von Parfums gibt es noch ein paar Dinge, die für mein Leben als Bloggerin im Bereich der Nischenparfums essentiell sind. Eines davon ist Kaffee. Ich muss es einfach zugeben – bei gutem Kaffee werde ich schwach. Es geht mir dabei weniger um den Koffeinschub, sondern um das ganze Erlebnis an sich. Erst einmal daran riechen, vielleicht sogar vorher von den Kaffeebohnen ein bisschen naschen, und dann wirklich geniessen. Ohne Milch,

ohne Zucker, einfach pur und dabei all die Aromen wahrnehmen. Wenn man dies so macht, fällt einem schnell auf, dass es auch in diesem Bereich viele

Unterschiede gibt, was Geschmack und Qualität betreffen.

 

Da ich Wienerin bin, kann ich mich auch für Kaffeehäuser begeistern. Ein Kaffeehaus ist eigentlich kein Ort, an den man geht, weil man unbedingt Kaffee trinken will. Es ist eher so ein erweitertes Wohnzimmer. Oder, wie es so schön heisst, ein Ort, an den man geht, wenn man zum Alleinsein Gesellschaft braucht. Auf jeden Fall hat ein Kaffeehausbesuch definitiv einen sozialen Aspekt, auch wenn man alleine dort ist.

 

Kaffeehäuser sind zudem der ideale Ort, um zu schreiben, wenn man schreiben möchte, es aber in den eigenen 4 Wänden nicht klappt. Leider sind viele traditionelle Kaffeehäuser in Bezug auf die Qualität des Kaffees nur Durchschnitt und vor allem ohne Milch und Zucker erinnert das dunkelbraune Etwas in der Tasse an vieles, aber nicht an Kaffee, der wirklich ein Geschmackserlebnis ist. An anderen Orten ist der Kaffee toll, aber das Ambiente ist nicht so gemütlich. Oder es sind grosse Ketten, denen einfach der persönliche Aspekt abgeht.

 

Auf meiner Suche nach einem erweiterten Wohnzimmer mit dem Charme eines Kaffeehauses und tollem Kaffee, landete ich schliesslich bei den Kaffeepiraten. Kurzum: Sie sind genial. Der Kaffee wird dort selbst geröstet, es gibt ein laufend wechselndes Angebot an Sorten und man kann seinen Geschmackshorizont definitiv erweitern. Und lernen, wirklich zu schmecken. Und ja, auch zu riechen. Denn Kaffeebohnen sind nicht nur da, um die Geruchsnerven wieder zu neutralisieren, sondern auch, um ihren Geruch bewusst wahrzunehmen und zu geniessen. Und zu erkennen, dass auch da nicht alle gleich riechen. Manche haben grüne Noten, andere rauchige Aspekte und wiederum andere weisen Nuancen von Kakao auf. Noch dazu wird einem gerne erklärt, was man denn da trinkt, woher die Bohnen stammen, wie der Kaffee geröstet wurde etc. Viel lehr- und genussreicher gleichzeitig kann es eigentlich nicht sein.

 

Zudem gibt es schön cremigen und gerade richtig gesüssten Chai Tee und im Sommer ein fast noch genialeres Chai Frappée. Verschiedene Limonaden, die auch das Label «Nische» verdient hätten, tolle Kuchen (Bienenstich unbedingt probieren!!), mediterran angehauchte Sandwiches usw. Ich könnte noch lange schwärmen, aber darüber würde ich vergessen, was ich noch unbedingt sagen will:

 

Es herrscht eine absolute Wohlfühlatmosphäre dort. Egal, ob es voll oder eher leer ist, man fühlt sich einfach wie zu Hause. Egal für welchen Anlass und wann, man fühlt sich dort wohl. Ob man sich bei einer Freundin ausweint, weil man Liebeskummer hat (oder diese tröstet), ob man mit Freunden plaudert, Gesellschaft braucht oder Familienmitglieder trifft – für alles perfekt.

 

Und last but not least: Man bekommt keinen Kaffee vorgesetzt, sondern mit Leidenschaft eine Kaffeekreation gezaubert.

 

Gibt es noch etwas zu sagen? Eigentlich nicht. Nur, dass ich jetzt am liebsten dort wäre….