Lukas Lüscher

Spricht man mit Lukas Lüscher, so spürt man seine Leidenschaft für seine Tätigkeit. Auch seine Begeisterung, an Dingen zu riechen, und seine Vorliebe für das Natürliche. Somit war es Nosy Nose eine grosse Freude, ihn für ein Interview gewinnen zu können.

 

(Copyright Richard Lüscher Britos)
(Copyright Richard Lüscher Britos)

Richard Lüscher Britos zeichnet sich dadurch aus, dass in den Parfums nur natürliche Inhaltsstoffe verwendet werden. Warum eigentlich?

Diese Frage haben wir 3 uns nie gestellt. Es war für uns einfach klar, dass wir nur natürliche Inhaltsstoffe verwenden werden, um den Geruch der Terroirs einzufangen und zu transportieren.

 

Aber nur natürliche Inhaltsstoffe zu verwenden ist ja eigentlich etwas Ungewöhnliches.

So haben wir das nie gesehen. Denn in den natürlichen Inhaltsstoffen liegt auch der Ursprung der Parfümerie. Es hat ja damit angefangen, dass man Pflanzen und Blüten destilliert hat.

 

Das stimmt. Aber heute, in den Zeiten, wo Iso-E-Super, Ambroxan und Co so aktuell sind...

Es ist schon so, dass Iso-E-Super ein tolles Fixativ ist und es eine Herausforderung für uns ist, unseren Parfums eine gute Haltbarkeit zu geben.

 

Findet man leicht Parfumeure, die sich dieser Herausforderung stellen?

Hm, schwer zu sagen. Es ist uns vor allem wichtig, einen Parfumeur zu finden, der uns versteht. Der auch die Idee versteht und mit dem man gut arbeiten kann.

 

Einer davon war ja Andy Tauer...

Ja, ich erinnere mich noch gut daran, als wir ihm das Konzept darlegten. Es ist ja das Terroir in Frankreich, das Hochland. Und dort riecht es vor allem nach wildem Berglavendel und nach Schafen. Und Andy meinte nur, als er "Schafe" hörte, dass er Schafe nicht destillieren könne und werde. Aber er hat unsere Idee verstanden und es ist ihm dann auch gelungen, den Duft

der Schafe im Parfum einzufangen.

 

Jetzt muss ich aber auch noch nachfragen: Schafe?

Ja, die sind ganz charakteristisch für diese Gegend. Sie stehen auch in engem Zusammenhang mit dem Berglavendel. Wenn sie nicht immer wieder die jungen Triebe der Schwarzkiefer abfressen würden, würde sie wie wild wuchern und riesig werden. Dann würden die Schwarzkiefern dem Lavendel die Sonne wegnehmen und er könnte nicht so wachsen.

 

Die Reise nach Frankreich war sicher auch toll.

Wir kamen dort nach einer stundenlangen und sehr staureichen Fahrt an und es war schon spät am Abend. Wir wurden empfangen, bewirtet und dachten, wir könnten dann schlafen gehen. Aber da wurde noch getuschelt und dann teilte man uns mit, dass wir noch Lavendel ausladen dürften. Für die Destillation. Und Lavendel hat ja zwei Wirkungsweisen. Einerseits ist er beruhigend, aber er kann auch sehr anregend wirken, vor allem in grossen Mengen. Wir leerten also erst mitten in der Nacht Säcke voll wildem Berglavendel. Und lagen dann im Bett und konnten nicht einschlafen, da wir durch den Geruch vom Lavendel ganz wach waren.

 

Die Terroir-Idee finde ich spannend, eben da sie sehr nischig ist. Wie findet man eigentlich heraus, ob es für eben die Idee, die man hat und die man umsetzen möchte, auch Interessenten gibt?

Wir hatten einen Pop up Store in den Bögen vom Viadukt in Zürich und konnten dort sehen, wie Kunden auf die Produkte reagierten. Dort haben wir auch Rückmeldungen bekommen und gemerkt, dass unsere Parfums gut ankommen. Es sind sicher keine, die allen gefallen. Und es ist auch in Ordnung, wenn jemand sagt, dass ihn kein Parfum aus unserer Linie anspricht. Aber dort war es toll zu sehen, wie manche Menschen begeistert waren. Wie sich das Parfum an ihnen noch schöner entwickelt hat.

 

Zur Duftpräsentation habt ihr die Foulards mit den Terroir-Motiven. Was hat es mit denen auf sich?

Also erst einmal kommen sie wirklich sehr gut an, da es eine andere Art der Präsentation ist und sie gut aussehen. Und es war auch die Idee von Malvin Richard. Er möchte ein Parfum auch wieder ablegen können, wie man eben ein Kleidungsstück wieder ausziehen kann. Eben daher sprüht er gerne Parfums auf Schals und Tücher, damit er es wieder ablegen und ein anderes anlegen oder gar keines tragen kann.

 

Bald kommt ja ein weiteres Parfum auf den Markt.

Ja, inspiriert von Marrakesch. Nana-Minze für die dortige Teezeremonie. Es ist beeindruckend, an dieser teilnehmen zu dürfen. Der Hausherr, der den Tee ausschenkt. Wie dann auch Geschäfte besprochen werden. Und nach dem dritten Aufguss das Ende. Alle wissen, dass es nun Zeit ist zu gehen. Gleichzeitig auch der Geruch des Basars. Vor allem der Geruch von

Kreuzkümmel, der ganz präsent ist. Ausserdem noch die trockene Hitze.

 

Dafür wünsche ich alles Gute und herzlichen Dank für das Interview.


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