Hind al Oud

(Copyright Hind al Oud)
(Copyright Hind al Oud)

Mohamed Hilal präsentiert mit Hind al Oud authentische, arabische Düfte auf höchstem Niveau. Sind zwar in Europa viele Parfumöle und authentisch arabische Parfums erhältlich, so gab es doch noch nie zuvor etwas von solch hoher Qualität.

 

Die Parfums, die typisch für die Duftkultur des Nahen Osten sind, machen keinerlei Kompromisse und unternehmen auch nicht den Versuch, sich ein wenig der europäischen Parfumtradition anzupassen. Stattdessen sind sie imposant, opulent, leidenschaftlich und ein unvergessliches Erlebnis für jede Nase. Vielleicht sogar das unvergesslichste und prägendste Erlebnis im Bereich der Nischenparfumerie, das man machen kann.

 

 


Crimson

(Copyright Hind al Oud)
(Copyright Hind al Oud)

Die meisten werden es kennen. Es gibt Duftnoten, die man einfach nicht mag. Bei mir war es lange Zeit Jasmin. Parfums, in denen Jasmin eine wichtige Rolle spielte, mit denen konnte ich mich einfach nicht anfreunden.

Doch wie es so ist, wird man stets eines Besseren belehrt. Nicht nur, dass man erkennt, dass die vermeintlich nicht-gemochten Komponente wunderschön sein kann und es Parfums gibt, welche eben diese zum Hauptthema haben und mit einem harmonieren, nein, meist empfindet man dann gerade für jene eine beinahe grenzenlose Begeisterung, da sie eben eine alte Abneigung besiegen und neue Horizonte des Duftuniversums öffnen konnten.

So war es bei mir mit Crimson. Der Duft ist wieder sehr linear gebaut, sehr arabisch.

Los geht es mit Bergamotte. Frisch und spritzig, leicht, angenehm, sommerlich-schwebend. Der sonst bei den Hind al Oud Düften sehr animalische Moschus hält sich ganz dezent im Hintergrund. Diesmal ist es keine Kuhherde, sondern nur eine stolze Katze, welche hier ihren animalischen Charme versprüht, nicht allzu wild, doch stolz.

Dann treten Johannisbeere und Jasmin auf. Die Johannisbeere wirkt an mir sehr natürlich, hat nicht mit den typischen Beerennoten in anderen Düften gemeinsam, sondern es riecht, wie wenn man frische Johannisbeeren vor sich hat. Irgendetwas zwischen süß und sauer, einfach natürlich.

Jasmin präsentiert sich als ausgewogen, nicht bissig, sehr natürlich. Ich kann es nur mit einer Art von unschuldiger Attraktivität erklären. So, wie wenn sich eine junge Frau im Sommer etwas nachlässig ein weißes Kleid überwirft, mit jenem noch ungeschminkt, leicht verträumt in ihrem Zimmer sitzt, das Bett ist noch ungemacht, und dabei durch das geöffnete Fenster in die Ferne blickt. Der Moschus bleibt auch bis zum Ende ganz brav, wirkt teils fast nur so animalisch wie ein schnurrendes Kätzchen, aber erinnert immer wieder, dass die Jasminnote nur vermeintlich unschuldig ist.

Haltbarkeit ist gut, ein wenig geringer als bei manch anderen Kreationen von Hind al Oud, die Sillage beinahe dezent.

Um es kurz zu machen: Gefällt mir, gefällt mir sogar sehr gut. Unbedingt testen, wenn man es irgendwo findet!

 

Emerati Oud - Al Oud

„Al Oud“ ist ein sehr orientalisch Duft, wenngleich so gar nicht so das, was man in Europa meist unter diesem Begriff versteht. Hund und Oud, diese leichte Abwandlung des Markennamens trifft es perfekt. Denn ja, Oud sollte man schon mögen, aber vor allem darf man keine Angst vor animalischen Noten und ein wenig (oder ein wenig mehr) Dreck haben. Mit den Oud-Noten, die wir von Armani, Aramis, Montale und Co präsentiert bekommen, hat dies sehr wenig zu tun. Vielmehr riecht es nach einem Kuhstall, wenngleich in einem für mich durchwegs positiven Sinne. Wer die XerJoff Oudstars schon zu fäkal findet, dem kann ich auch nicht zu einem Test von „Al Oud“ raten.

Der Beginn ist sehr heftig– Pfeffer und eine hohe Dosis an animalischen Noten. Ein nicht wirklich fruchtiger Safran und eine Ahnung von Rose sind dann zu erkennen. Das Oud hält sich ein wenig zurück und zu jenem Zeitpunkt ist die animalische Komponente nicht allzu stark vorhanden. Man könnte glauben, dass man sich an diese gewöhnt hat, doch stellt sich dies als Irrtum heraus, wenn der Duft in der Basis etwas kuscheliger, weicher, anschmiegsamer, doch wieder deutlich animalischer wird.

Sehr linearer Duftverlauf, keine spannenden Wendung, orientalisch eben.Mittelmäßige Sillage, grandiose Haltbarkeit.

Kann man dies auch wirklich bedenkenlos tragen?

Nein, bedenkenlos nicht, aber unter Berücksichtigung gewisser Faktoren durchaus. Sollte man mit vielen Leuten auf engem Raum arbeiten und planen, mit denen noch länger gut auskommen zu wollen, so ist dieser Duft nicht allzu empfehlenswert. Sollte man nicht auffallen wollen, sollte man nicht das Interesse von Tieren seiner Umgebung erwecken wollen, so sollte man ebenfalls nicht zu „Al Oud“ greifen. Eventuell auch für das erste Date nicht allzu ideal. Auch wenn man die Verwandtschaft besucht, kann man Lieblicheres tragen.

Doch sonst: Großartig! Macht Spaß, ihn zu tragen, fühlt sich gut an. Eventuell nicht gleich in der ersten Minute nach dem Aufsprühen einem parfumunerfahrenen Menschen um den Hals fallen, aber sonst dürfte es keine Probleme machen.

 

Neben S. Abdullah empfinde ich ihn als den gelungensten Duft der Reihe - eigentlich als den gelungensten, da er meisterhaft die animalischen Noten von Moschus und Oud verarbeitet. Animalischer und orientalischer ist in dieser qualitativ hochwertigen und wunderschönen Form kaum möglich.

 

Kohl

Wie bereits bei meinen anderen Kommentaren zu Düften von Hind al Oud angedeutet: Diese Parfums sind für europäische Nasen gewöhnungsbedürftig. Es kann leicht passieren, dass eine Kuhherde über einen hinwegfegt, man das Gefühl hat, einen Stall auszumisten oder in einem schwülstigen Harem zu sitzen. Doch all dies ist hier nicht der Fall.

Safran macht den Beginn, alles wirkt überraschend fruchtig und leicht, ein klein wenig zitrisch, sehr ausgeglichen. Dann folgen Blumenranken, die das Oud umschlingen. Nicht zu viele, dafür sehr edle, schöne, ausgewählte Blüten. Oud ist hier nicht in der europäisch-rauchigen, sondern in der arabisch-animalischen Form vorhanden, wird aber durch die anderen Komponenten stark gezügelt und gedämpft. Auch der Moschus hält sich im Hintergrund, sodass der Duft nicht ins allzu Animalische abgleitet, stattdessen warm und ruhig bleibt, was die Leistung von Amber sein dürfte.


Eine großartige Entwicklung darf man nicht erwarten, der Duft ist sehr linear und wenig komplex, aber eben das ist sein Wesen und eben dies ist Teil seiner Schönheit.

Die Haltbarkeit ist unglaublich, die Sillage für Hind al Oud überraschend dezent, da nur mittelmäßig. Eindeutig unisex, wenngleich nichts für Männer, die Angst für Blumen haben.

Hier ist es also nicht so sehr der Duft, der verschreckt, sondern vielmehr der Name. Kohl? Auch wenn man genau weiß, dass dies damit nicht gemeint sein kann, hat man das Bild vom Gemüse vor Augen, sieht Kohlrouladen oder denkt gar an die gefürchtete Kohlsuppendiät.

Doch mit Kohl ist schwarzer Kajal gemeint. Und eben dieser als Namensgeber passt wunderbar.

Eine Frau sitzt vor ihrem Spiegel, betrachtet sich in aller Ruhe, greift dann entspannt zum Kajal und umrahmt ohne Hektik ihre Augen. Sie sieht, wie diese immer besser zur Geltung kommen, wie sie betont werden, immer größer und schöner wirken. Sie nimmt sich dafür Zeit, arbeitet sorgfältig und blickt zwischendurch immer wieder zur Kontrolle in den Spiegel, doch nicht, um sich einen kritischen Blick zuzuwerfen, sondern um das Ergebnis mit einer Entspanntheit zu betrachten. Sie weiß, dass es gut ist. Alles wirkt so feierlich wie eine Zeremonie, jeder kleinste Handgriff sitzt und doch wirkt alles entspannt, natürlich, so losgelöst aus Zeit und Raum.

Eben diese Entspanntheit und Natürlichkeit vermittelt Kohl für mich. Es ist kein großartiges Wow-Erlebnis, kein Aha-Erlebnis. Sondern etwas, das einfach da ist und sich richtig anfühlt. Das keine Hektik kennt, sich nicht stressen lässt. Es wirkt natürlich, vertraut, auch wenn man es noch nicht kennt.

Manches kennt man eben schon, bevor man ihm das erste Mal begegnete. So ein Parfum ist Kohl für mich. Unspektakulär, aber in dieser Ruhe und Natürlichkeit wunderschön. Einfach irgendwie richtig.

 

Pink Musk

Wie süüüüß!

Eben dies möchte man ausrufen, wenn man den Namen hört und das erste Mal den Flakon sieht.

Aber ja, auch hier führt der Name in die Irre. Wäre es nicht ein Duft von Hind al Oud, so dürfte man einen lieben, mädchenhaften Moschusduft erwarten. Auch der unschuldig pinke Flakon vermittelt ein falsches Bild sowie die Klassifizierung als Damenduft.

Mögen auch noch so viele niedliche Elemente vorhanden sein, so fügt sich der Duft für europäische Nasen keineswegs in dieses Bild ein. Pink Musk ist ein arabischer Duft mit Leib und Seele, der dem Moschus huldigt. Wie ich lernen durfte, haben die arabischen Düfte nicht mit jenen, die hier als „arabisch“ deklariert werden gemeinsam, sondern sind ein Geruchserlebnis der neuen Art. Relativ wenige Noten, ein eher simpler Duftverlauf, doch aufgrund ihrer animalischen, selbstbewusst-lauten, irgendwie bodenständigen Art eine ganz neue Erfahrung - so man sich Zeit nimmt und bereit ist, sich auf dieses Erlebnis einzulassen.

Pink Musk startet bei mir mit einer wundervollen Jasminnote. War ich von Jasmin häufig nicht allzu begeistert, so ist hier das Gegenteil der Fall: Jasmin präsentiert sich einfach nur in seiner ganzen Schönheit und ich liebe ihn hier.


Doch rieche ich auch gleich im Hintergrund Moschus. Animalischen Moschus, den nichts mit dem, was der durchschnittliche Moschusduft zu bieten hat, verbindet. All dies macht für meine Nase den Start zur heftigsten Phase des Dufts.


Mit der Zeit wird der Duft deutlich holziger, ein wenig weicher, doch verliert er nicht an Intensität. Ambra ist für mich nicht direkt erkennbar, doch der Duft gewinnt an mir im Laufe des Tragens an Wärme, wird beinahe kuschelig, wenngleich er auch nicht für eine Sekunde droht, sich in ein harmloses Düftchen zu verwandeln. Käse oder ähnliches kann ich nicht wahrnehmen. Bis zum Schluss bleibt er animalisch, stark präsent, tief und anziehend-faszinierend.

Die Haltbarkeit ist gewaltig, auf Kleidung sogar noch viel gewaltiger, die Sillage empfinde ich als eher stark.

Für meine Nase ist der Duft definitiv unisex und für „süße Mädchen“ (um einmal Klischees zu bedienen) erscheint mir nur der Flakon geeignet, welcher sicher ein gutes Schmuckstück abgeben kann.

Auch ist der Duft, hat man sich selbst einmal an den animalischen Moschus gewöhnt, durchaus auch in unseren Breiten öffentlichkeitstauglich, wenngleich nicht harmlos, da er versteht, das Umfeld zu fesseln und auch den/die Trägerin/in zu bannen, zu verführen. All dies macht er jedoch noch halbwegs schmeichelnd, zwar animalisch, doch nicht mit brutaler Gewalt.

Von mir gibt es ein ganz klares: Gefällt mir – Gefällt mir sogar sehr gut! Ein echter, arabischer Duft, der nicht gleich verschreckt, sondern Lust macht, mehr von dieser Welt zu erkunden, der zugleich auch ein guter Einstieg in diese Welt darstellen dürfte.
 

 

Rose

„Rose“ von Hind al Oud ist ein weiterer echt arabischer Duft für Tierfreunde, welche ein Rosenfaible haben. Zwar ist die Kombination Rose-Oud mehr als geläufig und Düfte, die dies zum Thema haben, sind mittlerweile en masse zu bekommen, doch tanzt dieser hier gewaltig aus der Reihe.

Zu Beginn steht eine scharfe Note, die jedoch hier nicht in der Duftpyramide angeführt ist. Irgendetwas zwischen Grapefruit, Zitrone, Ingwer und Pfeffer. Scharf, ganz und gar nicht dezent, ein Paukenschlag. Diese Note ist jedoch sehr, sehr kurzlebig und schon geht es mit der dominierenden Note weiter: Oud.

Erneut: Dieses Oud hat nichts mit dem zu tun, was wir in den meisten Parfümerien unter dem Namen „Oud“ unter die Nase gehalten bekommen. Wer einen Eindruck davon bekommen will, möge an den XerJoff Oudstars riechen. Wer nicht die Möglichkeit hat, diese zu testen, möge den nächsten Kuhstall oder die nächste Kuhweide aufsuchen, sich dort umriechen und in Gedanken diesen Duft veredeln. Alles Klinische, alles Stechende, alles Rauchige, das Ouddüften eigen sein kann, ist hier nicht vorhanden. Stattdessen eine animalische Note par excellence.

Die Rose ist zwar dunkelrot, dominiert jedoch nie allzu sehr den Duft, ist zwar lüstern, doch bleibt sie stets im Hintergrund. Es wirkt jedoch nicht so, als würde die Rose von den Kühen überrannt werden, sondern bleibt sehr stimmig. Patchouli liefert einen erdigen Touch, der jedoch angesichts des Ouds nicht sonderlich schmutzig wirkt. Moschus ist in diesem Fall nicht allzu brutal, sondern beinahe weich, unterstreicht jedoch dadurch die ungezähmte Komponente des Ouds ganz deutlich.

 

Der Duftverlauf ist nicht spektakulär, sehr linear, nicht europäisch.

Haltbarkeit ist großartig, Sillage eher mittelmäßig, was in diesem Fall jedoch von Vorteil ist, durchaus unisextauglich, sofern man sich nicht vor Rosen und frau sich nicht vor Tieren fürchtet.

Eindeutig ein Duft für die weiter fortgeschrittene Stunde, auch für eine weiter fortgeschrittene Bekanntschaft. Nicht brav und artig, sondern durchaus fordernd, ein wenig überbordend, anziehend, verlockend. Auf einige gewisse Distanz noch harmlos riechend, so offenbart sie aus der Nähe ihre dunkle Seite. Mag diese Rose auch den einen oder anderen in die Flucht schlagen, da sie dunkler und dreckiger als die typisch europäische Rose ist, so schafft sie es auch, die Furchtlosen in ihren Bann zu ziehen und zu fesseln.

 

S. Abdullah

(Copyright Hind al Oud)
(Copyright Hind al Oud)

Scheich Abdullah (natürlich enthält der korrekte Name des Parfums das englische Wort für "Scheich", aber da man dieses nun nicht mehr verwenden darf, da dadurch Markenrecht verletzt wird, benutze ich lieber die deutsche Schreibweise als die zensierte mit *****) war – nach den Kunstwerken von Amouage – mein erster Kontakt mit wirklich arabischen Parfums. Bei mir konnte er eine sehr große Begeisterung für diese Düfte auslösen und da er mein erstes Dufterlebnis dieser Richtung war, konnte er bei mir wohl auch so einen starken Eindruck hinterlassen.

Die Düfte von Hind al Oud sind – ganz im Gegensatz zu denen von Amouage – sehr linear, nicht allzu komplex, nicht allzu vielschichtig, doch dennoch nicht weniger reizvoll, da sie ungezügelt und wild sind.

Auch hier ist der Aufbau denkbar simpel: Rose, Patchouli, Moschus - dazu noch etwas Warmes und Würziges, das nicht in der Pyramide zu finden ist. Ich tippe auf Amber, da jener bei Hind al Oud gerne in der Basis eingesetzt wird, wobei ich ihn nie per se erkenne, sondern ihn immer nur als würzig-warm wahrnehme.


Doch: Die Rose ist voll, wild, üppig, Patchouli ist unglaublich dunkel und dreckig und Moschus präsentiert sich hier als animalisch, wobei der Duft davon klar dominiert wird.

Scheich Abdullah ist nicht nur ein animalisches Parfum, sondern DAS animalische Parfum. Animalischer geht es nicht. Das Animalische erscheint aber auch nicht erschlagend oder unelegant, sondern wird durch die anderen Noten sanft gezügelt. Es ist keine Kuhherde, die über einen hinwegrennt, sondern ein Kuhstall.


Eben dieser Kuhstall ist das beste Bild für Scheich Abdullah, jedoch nur, wenn man diesen an einen utopisch wundervollen Ort versetzt, etwa den Olymp. Dreckig, wild, animalisch – doch gleichzeitig wunderschön, ausgewogen, ausbalanciert, perfekt inszeniert. Genau das ist das Dufterlebnis, das einem Sheikh Abdullah bietet.

Habe ich Scheich Abdullah erst für ein Parfum, das nicht straßentauglich ist, gehalten (war vielmehr der Meinung, dass lediglich das Schlafzimmer ein passender Ort wäre), so war ich mittlerweile schon einmal mit ihm an der frischen Luft. Bis auf eine sehr ausführliche Beschnupperung eines mir unbekannten Hunds, der dann auch von mir gestreichelt werden wollte, kam es zu keinen größeren Zwischenfällen. Für die Arbeit würde ich ihn dennoch nicht empfehlen, auch nicht für erste Dates oder Familienfeiern.

Ich kann ganz klar zu einem Test raten – wer vor animalischen Noten nicht Angst hat, der möge sich an Scheich Abdullah versuchen. Und wer lediglich neugierig ist, wie ein Kuhstall am Olymp riecht, der möge sich ebenfalls an diese Kreation wagen.

Eine ganz klare Testempfehlung und die bestmögliche Bewertung von mir erscheinen mir bei diesem Duft als gerechtfertigt. Wenn etwas nach Kuhstall, doch gleichzeitig so wunderschön riecht, dann hat sich diese Kreation das höchste Lob verdient.

 

Silver Musk

Silver Musk ist, wie schon der Name verrät, ein weiterer Moschusduft von Hind al Oud. Und nein, mit dem gleichnamigen Parfum von Nasomatto hat er nichts zu tun.

„Silver“ wurde optisch auch gleich umgesetzt. Ein silberner Flakon, wunderbares orientalisches Blingbling. Um mich zu outen: Ja, ich mag das! All die Flakons von Hind al Oud haben dieses Zuviel an Kitsch, das noch gut erträglich ist und sogar ganz ansprechen wirkt.

Doch nun zum Duft:

Trägt man Silver Musk auf, hat man nicht das Gefühl, dass sich ein Hund auf einen stürzt, man von einer Kuhherde überrannt wird und blickt sich auch nicht um, ob sonstiges Getier in der Gegend herumsteht. Vielmehr überrascht ein leichter, frischer Auftakt aus einer nicht zu bitteren Grapefruit. Rosa Grapefruit mit einem ganz leichten Hauch von Zucker, sodass sie nicht süß, aber doch milder wird.

Wie die Duftpyramide vermuten lässt, folgen nach dieser nur wenige Minuten dauernden Grapefruit-Phase die Gewürze. Kardamom mag vorhanden sein, ich hätte eher auf Zimt getippt, doch für mich sind Pfeffer und Muskat dominant. Kein reizender Pfeffer, sondern ein angenehmer, der nicht zu einem Niesanfall führt. Im Hintergrund nehme ich sehr trockene, holzige Noten wahr sowie sehr lange Zeit eine ganz leicht zitrisch-frische Note, eventuell etwas grün, doch nicht widerspenstig, sondern anschmiegsam.

Wie der Name vermuten lässt, ruht alles auf Moschus, welcher zwar orientalische Züge hat, doch nur ein ganz klein wenig animalisch ist. Wir haben es hier nicht mit einer Kuhherde, sondern einem anschmiegsamen Tier zu tun, welches gut gezähmt wurde und sehr folgsam ist. Eine kuschelige Katze oder auch ein Hund, der nicht so sehr dazu da ist, um das Haus zu bewachen, sondern um ein treuer Begleiter zu sein. Sehr anschmiegsam und weich.

Haltbarkeit und Sillage sind wirklich gut. Eindeutig unisex für meine Nase. Zudem auch sehr straßentauglich für ein orientalisches Parfum, nicht allzu auffällig und auch für wärmere Tage überaus passend. Der Duftverlauf ist sehr linear, birgt keine Überraschungen, aber das soll er auch nicht.

 

Eine schöne Möglichkeit für Freunde des Animalischen, diese Seite auch im Sommer ausleben zu können, ohne dass das Umfeld (bzw man selbst) zu sehr darunter leidet. Gleichzeitig eine harmlose Alternative zu tierischen Moschusdüften.
Zuletzt: Wunderbar für Leute, die auch im heißen Sommer das Tier zulassen und kuscheln wollen.


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