Julisis


Eine luxuriöse Kosmetiklinie, die gegründet wurde, um höchsten Standard für anspruchsvolle Haut zu gewährleisten. Vielmehr Nahrung für die Haut, als nur simple Pflege. Basierend auf Erkenntnissen von Paracelsus, unter Verwendung alchimistischer Techniken und doch mit modernster Technologie – etwas Besseres kann man seiner Haut gönnen.

 

Zudem wurden zwei rein Parfums aus rein natürlichen Inhaltsstoffen auf den Markt gebracht. Eines für den Tag und eines für den Abend. Klingt nach einer kleinen Auswahl und danach, dass man sich die Frage stellen muss, ob da wirklich für jeden und jede etwas dabei ist. Doch so viel sei schon verraten: Diese Frage kann definitiv mit «Ja» beantwortet wurden.


Pour l'Amour

Julisis ist eine der Kosmetikmarken, für deren Produkte Leute ohne mit der Wimper zu zucken viel Geld ausgeben. Nicht weil sie das Flair von Luxus lieben, sondern so von der Qualität beeindruckt sind, dass sie wissen, dass jene ihren Preis mehr als Wert sind.

 

Wenn jetzt solch eine Marke auch Parfums auf den Markt bringt, verwundert es nicht, dass sie einen besonders geheimnisvollen Aufbau wählen, als Duftnoten nur ganz wenig angeben (Leder und Pfeffer) und auf ihre natürlichen Inhaltsstoffe verweisen Angeblich gehen sie sogar so weit, dass sie das Parfum in italienischem Grappa lösen.

 

Das Wort «amour» im Namen sowie die Tatsache, dass es auch ein Parfum für tagsüber gibt, lassen vermuten, dass es sich um ein Parfum für nächtliche Begegnungen und intime Momente handelt. Wie dies eigentlich bei so vielen Parfums der Fall ist, da etwa «love» oder «nuit» ein nur allzu bekannter Zusatz bei Parfums ist. Doch was nicht allzu bekannt ist, ist, dass es hier voll und ganz zutrifft.

 

Sowohl Leder als auch Pfeffer sind zu erkennen, vielmehr zu erahnen. Denn es ist keineswegs ein Leder-Pfeffer-Parfum, sondern ein sehr sinnliches, hautnahes Erlebnis, das nach einer anderen Person duftet. Wie frischer Schweiss, der ja keinen unangenehmen Geruch hat, sondern vielmehr einfach nach einem Menschen duftet. Und es gibt schliesslich kaum etwas, das betörender sein kann als der Eigengeruch einer besonderen Person.

 

Wenn schon Ledergeruch, dann vielleicht ganz feines Wildleder. Aber eben ohne den klassischen Ledergeruch, sondern lediglich vom Charakter her. Ganz sanft und weich. Eventuell auch wie hauchdünnes, feines Nappaleder. Dünne Lederhandschuhe, die sich wie eine zweite Haut an die Hände schmiegen und mit denen man auch gerne berührt wird. Definitiv Leder ist der Charakter. Elegant, verführerisch, erhaben, zeitlos.

 

Vor allem aber ist es ein unglaublich intimer Geruch. Beinahe trägt man es für sich selbst, da so sanft und anschmiegsam wirkt. Die Sillage ist so, dass sie für das Umfeld mehr eine Aura als ein Parfum ist, dass lediglich Leute, die man auch körperlich an sich heranlässt, es näher riechen. Bezüglich Haltbarkeit kann ich keine Aussagen treffen. Das Parfum geht einfach in der Haut auf, sodass man nicht weiss, wann es verflogen ist und wann noch da.

 

Es ist der Duft kostbarer Momente, von Glück, von Genuss und Freude. Kein einfach zu tragender Duft, da er einen dazu verleitet, ständig an ihm zu riechen und zu träumen (und eventuell melancholisch oder etwas zweideutig zu lächeln). Er ist Geborgenheit, Sicherheit. Wie in starken Armen gehalten zu werden. So fest, sodass man sich sicher fühlt, jedoch nie in Beschlag genommen.

 

Es ist der Duft von Innigkeit, von Blicken, die mehr sagen, als es Worte je vermögen. Von einem tiefen Verstehen, von einem Erkennen in jeglicher Hinsicht. Es ist wahrlich der Duft von «amour» in jeglicher Hinsicht, jeder Facette des Wortes. Von Gleichklang, von Harmonie, vom Gefühl, sich schon ewig zu kennen, auch wenn man sich erst das erste Mal sieht.

 

Es ist ein Duft, den man erleben muss, um die Tatsache zu verstehen, dass mir nichts anderes übrigbleibt als angesichts der Schönheit des Dufts mit den Worten zu ringen, immer das Gefühl zu haben, nicht die richtigen zu finden, und schliesslich frei nach Wittgenstein anzuführen: Worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen – und es geniessen.