Linari

Die Flakons der Marke Linari, welche als Designobjekte verstanden werden sollen, sind durch ihre kreisrunde Form und geringe Höhe auffällig, doch tritt die Faszination für deren Optik hinter die für die Düfte zurück, welche von drei berühmten Nasen geschaffen wurden.

 

Mark Buxton mit einem modernen, teils provokanten Stil, Egon Oelkers, der über eine dezente sowie harmonische Handschrift verfügt, sowie Maurice Roucel, der für sehr geradlinige und mutige Parfums bekannt wurde.

 

Diese drei schufen für diese Linie ein Repertoire aus verschiedenen, charismatischen und gut tragbaren Düften. Jeder mit seiner unverwechselbaren Handschrift, doch gleichzeitig in Harmonie mit den anderen aufgehend.


Fuoco Infernale

Infernale Farbenblindheit
 
Ein "Nischenkommentar" zu einem Nischenparfum (mir ist keine Anmache zu billig!) ist sicher erlaubt.
Die vier Elemente ziehen Parfumeure scheinbar magisch an. Klar: Metaphysik, Zeitlosigkeit, Mythos, Welttheater und so ein Kram. Verstehe ich ja.
Aber warum eigentlich?
Erde lässt sich olfaktorisch ja wirklich ganz gut darstellen.
Zu Wasser (geruchlich eigentlich nicht so der Banger) gibt´s eine Sprachregelung mit Tradition - alles was "aquatisch" (Eau) ist oder maritime Noten (salzig-fischig-algig) hat geht durch, alles was del Mar einem Seemann stehen würde (cooler erfahrener Kapitän mit Wortkargheit und großem Geheimnis, bitte, und nicht Matrose, das hat Gaultier versaut!) so eben noch.
Luft (olfaktorisch auch kein wirklicher Banger, mal von folkloristischen Beigaben abgesehen) hat eine knappere und verwaschenere Sprachregelung: Ozonische Noten sind voll ok, vage erahnbare Noten ohne zuviel organische Anklänge gehen auch, solange nicht süß. Metallisch und etwas synthetisch ist dabei zusätzlich von Vorteil.
Aber Feuer? Was ist mit Feuer? Chaos ist mit Feuer, meiner Ansicht nach. Feurig im Sinne von scharf taucht da auf oder Jacke am Lagerfeuer liegengelassen (die riecht dann aber eher nach Rauch und der letzten Alukartoffel) und, meiner Meinung nach besonders stupide, feurig im Sinne eines Charakterattributes (dort auch in fließendem Übergang zu hot/heiß). Letzteres gerne noch durch rote Farbgebung geboostet. Vom Duftcharakter gibt es bei der Sorte dann eine wundervolle Schnittmenge zu den "Night"-Scents oder "Black"s. Die Nacht ist zwar eher kühl, aber was soll´s, sie ist zumindest nicht aquatisch.
Soviel zu den klassischen vier Elementen (mehr zu den vier Elementen des Hip Hop - B-Boying, Deejaying, MCs und Wholetrainern beim nächsten mal...).
Und was hat der blumige Exkurs mit Fuoco Infernale zu tun?
Aufgesprüht und - das riecht ja mal sowas von nach Erde. Torfig-nasse Erde. Wird später trockener, auch ein bißchen wärmer und holziger, bleibt aber erdig. Und Fuoco? Wer zum Teufel ist auf die Idee gekommen? Ich verstehe ja, dass sich Fuoco cooler als Torf anhört, aber trotzdem, jetzt mal ehrlich...

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