Slumberhouse


Diese amerikanische Nischenhaus aus Portland ist inspiriert von dem Leben der Städte und dem Leben auf der Strasse, zeitgenössischer Kunst, wie etwa Film und Musik, und allgemein der Gegenwart.

 

Ohne sich am Trend oder an anderen Marken zu orientieren, geht man bei Slumberhouse einen eigenen Weg, indem man mit Erwartungen der Kunden spielt: luxuriöse Düfte werden geboten, doch nicht ohne zuvor «Luxus» neu zu definieren. Dunkel, elegant und einzigartig: ein Paralleluniversum innerhalb der Welt der Nischendüfte.


Norne

„The evil lurks...”
 
Eigentlich hätte dieser Leichtsinn mich das Leben kosten können.
 
Denn das immaterielle Grauen, das mir in der späten Kindheit immer wieder hinterlistig und unerwartet auflauerte, wenn ich vor einem Fahrstuhl wartete, dieser irgendwann kam, sich öffnete, drinnen niemand stand, aber eine umnebelnde Fahne Fahrenheit mir eisige Schauer über den Rücken laufen ließ (dagegen war der unterm Bett wartende Freddy Kruger, der einen aufzuschlitzen drohte, sollte man in den Schlaf fallen, ein Hampelmann) hat mich seinerzeit ob der damit verkündeten Existenz eines irrationalen Schreckens und der Flüchtigkeit und Verwundbarkeit allen irdischen Lebens schwer traumatisiert.

Das auch fachterminologisch als "Försterwasser" bekannte Parfum muss wohl, will man denn wirklich das nicht Greifbare rational analysieren, in mir die Urängste früher Menschen vor der im dunklen Wald lauernden Gefahr geweckt haben.
 
Mit dieser Vorgeschichte drei Stöße Norne auf den ungeschützten Körper zu sprühen, kann man wohl nur als Leichtsinn, masochistische Stimulation oder parasuizidale Handlung deuten. Ich bevorzuge das Erste.
 
Und erneut werde ich in meinem Leben, dieses Mal aber deutlich klarer und eindeutiger, hinterrücks von immateriellen Schwaden dunkel drohenden Waldes übermannt - auch noch Tage nach dem eigentlichen Vorfall.
Zum Beispiel nach dem Duschen.
 
Aber das Grauen ist weg.

Ob man das jetzt als geglückte Floodingtherapie oder postadoleszente Reife ansehen soll, weiß ich nicht.
Trotz der Warnung, hieraus keine verallgemeinernden Schlüsse ziehen zu dürfen, möchte ich zum Nachahmen des Versuches animieren - allerdings ohne Haftung.

Sova

„Und sagt später nicht IHR hättet´s nicht gewußt...”
 
Nachdem ich Norne und Jeke, vorbereitet durch eindringlichste Warnungen, vergnüglich und mit einer "so schlimm war´s doch wirklich nicht" bis "da kann man nochmal nachsprühen"-Haltung degustiert habe, glaubte ich in meinem Höhenrausch Sova mal einfach nebenher wegfrühstücken zu können.
 
Da wurde ich aber eines besseren belehrt...
 
Denn nach dem Aufsprühen hat mir gleich der Kopf, wenn man ihn denn so nennen mag, einen ordentlichen Dänemann verpasst - Josh´s Revenge für meine inadäduate Haltung bei Jeke und Norne. Ob meine Nase gebrochen ist, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.
 
Das Ganze ist eine Grenzauslotung, wo Heu in Karamell übergeht und vice versa (da wo Lücken sind, hilft Bienenwachs). Aber hier ist Heu nicht Heu und Karamell schon mal gar nicht Karamell. Das Heu ist Hindu-Grass auf Testo und wer bei dem Karamell an Gourmand denkt, der isst auch Glasscherben. Zum Glück zeigt sich Bibergeil nicht in gleichen Dimensionen.
 
Der Entschädigungskakao und die mit der Zeit einsetzende "hey, war doch nicht so gemeint"-Attitüde kann mich da auch nicht mehr trösten.
 
Sova ist toll, ohne Frage. Aber bitte rechnet nicht mit einem Kuschelduft, sondern einer knallhart verdichteten Gourmand-Dekonstruktion direkt auf die Fre$§e. Stellte man Sova gegen Absolue pour le soir in einen Ring, ich wüsste nicht, auf wen ich wetten würde...

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