Duftnoten

Kommt man neu in die Welt der Parfums und im Speziellen die Welt der Nischenparfums, so ist man oft von den Angaben der Duftpyramiden überfordert. Zwar kann man sich problemlos vorstellen, was man unter "Jasmin" oder "Lavendel" zu verstehen hat, doch was darf man von "Benzoe" oder "Calone" erwarten?

 

Kein Zweifel, um sich wirklich etwas darunter vorstellen zu können, muss man all die Duftstoffe selbst gerochen haben. Doch als erste Orientierung ist eine Übersicht über die wichtigsten Inhaltsstoffe hilfreich, welche laufend ausgebaut wird. Zudem sind, wo auch immer möglich, Parfumbeispiele angegeben, um sich einfach selbst ein Bild von eben jener Note machen zu können.

 


Absinth

Wird dieses mythenumrankte Getränk als Duftnote angeführt, so handelt es sich um einen Akkord aus Wermut, Anis und Fenchel – eben die Kräuter, die auch den Geschmack der Spirituose prägen.

Fou d'Absinthe (L'Artisan Parfumeur)

 

Amber/Ambra/Ambregris

Ursprünglich war Ambra (Ambregris) ein Verdauungsprodukt des Pottwals, welches nach langer Zeit im Salzwasser und unter intensiver Sonneneinstrahlung seinen charakteristischen, wohlriechenden Duft gewann, der als weich, dunkel und süsslich wahrgenommen wird. Heute wird Ambra in einem synthetischen Verfahren gewonnen, doch ist er geruchlich kaum von natürlicher Ambra zu unterscheiden.

Amber ist eine Nachempfindung von Ambra, wird jedoch häufig auch als Überbegriff für Akkorde bezeichnet, die aus süsslich-harzigen und rauchigen Noten bestehen.

Ambre 114 (Histoires de Parfums)

Fiore d’Ambra (Profumum Roma)

 

Ambroxan

Ambroxan, der Hauptbestandteil von Amber, wurde früher aus Ambregris gewonnen, wird heute jedoch synthetisch hergestellt. Er ist durch holzige Nuancen charakterisiert. Für viele Menschen stellt es einen sehr angenehmen Geruch dar, andere können ihn kaum wahrnehmen und wieder andere empfinden ihn als unangenehm und synthetisch anmutend.

Molecule 02 (Escentric Molecules)

Escentric 02 (Escentric Molecules)

 

Angelika

Das aus Engelswurz gewonnene Angelikaöl riecht krautig-grün und würzig, manchmal auch harsch, wobei es gleichzeitig auch balsamische Anklänge hat.

French Lover (Editions de Parfums Frédéric Malle)

 

Aoud

Aoud (Oud, Oudh oder Adlerholz; arabisch für "Holz"), ist das schimmlige, mit einem Pilz befallene, harzige Holz des Adlerholzbaums. Aoud kann dunkel-holzig, muffig, erdig, rauchig, ledrig, animalisch, medizinisch, ätherisch oder harzig riechen. Aouddüfte gelten als sehr charaktervoll, kräftig und elegant.

Black Aoud (Montale)
Fars (XerJoff Oud Stars)

 

Artemisia

Diese Pflanze aus der Familie der Korbblütler weist einen krautig-pfeffrigen Geruch auf, der jedoch aufgrund moschusartiger Noten gleichzeitig auch als balsamisch wahrgenommen wird. Meist wird Artemisia als grüne Kopfnote eingesetzt, die jedoch nicht lange anhält und nur den Auftakt eines Parfums bietet.

Pour Homme (Van Cleef & Arpels)

Quorum (Puig)

 

Bergamotte

Diese Zitrusfrucht findet sich in der Kopfnote vieler Klassiker und wird daher manchmal mit konservativen Parfums verbunden. Sie wird jedoch auch für

Sommerdüfte eingesetzt, die sich ganz um diese Frucht als Thema drehen. In ihrer zitrisch-fruchtigen Art, die angenehm erfrischt, bietet sie auch wirklich

eine ideale Erfrischung an heissen Tagen.

Bergamote (The Different Company)

Shalimar (Guerlain)

 

Benzoe

Dieses Harz, welches aus dem Benzoebaum gewonnen wird, erinnert mit seinen süsslich-lieblichen Noten an Amber, zudem besitzt es ebenfalls warme und rauchige Anklänge. Da es auch Vanillin enthält, finden sich auch Facetten von Vanille und Zimt in Benzoe, wodurch diese Note gerne in Gourmanddüften verwendet wird.

Bois d’Arménie (Guerlain)

Pi (Givenchy)

 

Calone

Leicht, luftig sowie an Melone und/oder Gurke erinnernd wird ein dezent-aquatischer, frischer und fruchtiger Duft verbreitet. Calone ist vor allem in den

klassischen aquatischen Parfums zu finden, wird jedoch auch in den letzten Jahren immer mehr in der Nischenparfumerie eingesetzt.

Sun Men (Jil Sander)

Zeitgeist (J.F. Schwarzlose Berlin) 

 

Castoreum

Castoreum, auch als Bibergeil bezeichnet, wurde, wie der Name vermuten lässt, ursprünglich aus den Drüsensäcken des Bibers gewonnen, wird heute jedoch nur noch synthetisch hergestellt. Seiner animalisch-bitteren Note schreibt man eine aphrodisierende Wirkung zu.

Antaeus (Chanel)

 

Eichenmoos

Diese auf der Rinde der Eiche wachsende Flechte wird aufgrund ihrer schlechten Hautverträglichkeit und dem damit einhergehenden grossen Allergierisiko heutzutage nur noch synthetisch hergestellt. Eichenmoos weist einen dunklengrünen, an Moos erinnernden Geruch auf, hat jedoch auch ledrige Aspekte. In der Basis vieler Klassiker, besonders Chypres und Fougères, wurde Eichenmoos eingesetzt.

Nuit de Noël (Caron)

Mitsouko (Guerlain)

 

Elemi

Eng mit Myrrhe und Weihrauch verwandt, wird dieses Harz ebenfalls häufig zum Räuchern verwendet. Auch geruchsmässig ist es mit Weihrauch eng verwandt, weist jedoch noch zusätzlich Aspekte auf, der an einen Nadelwald erinnern, sowie zitrische Anklänge.

 

Galbanum

Aus der Milch einer orientalischen Doldenpflanze gewonnen, weist Galbanum einen krautign, grünen Geruch auf, der an Wald und Blätter erinnert sowie würzige Noten beinhaltet.

(untitled) (Maison Martin Margiela)

 

Geranie

Das aus der Duftgeranie gewonnene Öl weist Anklänge von Minze auf, riecht jedoch vor allem nach Rose, weshalb es häufig in Rosendüften eingesetzt wird.

Paris (Yves Saint Laurent)

Geranium Pour Monsieur (Editions de Parfums Frédéric Malle)

 

Guajakholz

Als balsamisch-zart wird das Öl, welches aus Guajakholz gewonnen wird, wahrgenommen. Da sich ebenfalls Anklänge an Rose finden, wurde dieses Öl früher häufig verwendet, um Rosenöl zu strecken. Neben all diesen lieblichen Elementen findet sich jedoch auch eine schmutzig-rauchige Komponente in dessen Duft.

Wonderwood (Comme de Garçons)

 

Immortelle

Pflanzenart in die Familie der Korbblütler. Auch Strohblume oder Currykraut genannt, da ihr Geruch manche Menschen stark an Kurkuma und Bockshornklee erinnert. Sehr schwer zu beschreibender Geruch, der Elemente von verbranntem Zucker und trockenem Stroh sowie die oben genannten Gewürze beinhaltet. Manchmal auch sehr warm mit einer Ähnlichkeit von Ahornsirup und Honig.

Sables (Annick Goutal)

 

Ingwer

Trocknet und mahlt man Ingwer, kann aus diesem ein ätherisches Öl gewonnen werden, das den charakteristisch scharfen Ingwerduft aufweist, ebenso wie die typischen leicht zitrischen Facetten dieser Wurzel.

Five o’clock au gingembre (Serge Lutens)

 

Iriswurzel

Aus den Wurzeln der Schwertlilie gewonnenes Öl, welches sich durch einen süsslich-fruchtigen Veilchenduft mit Anklängen von erdigen und waldigen Noten auszeichnet. Je nach Verarbeitung kann Iriswurzel auch buttrig, pudrig oder kühl-floral riechen.

Iris Poudre (Frédéric Malle)

 

Jasmin

Dieser weisse Blütenduft kann sich in vielen Gestalten präsentieren. Mal betont floral,süss-fruchtig und betörend, dann wieder mit krautigen Akzenten. Oft auch sehr erotisch mit leicht fäkalem Einschlag, dann wieder buttrig. Sehr weiblich, doch in Kombination mit würzigen Elementen auch in Herrendüften beliebt.

 

Kardamom

Das aus den Kardamomsamen gewonnene Öl sorgt in vielen Düften für eine würzige Komponente, besitzt jedoch auch balsamische Aspekte mit blumig-grünen Facetten.

No. 25 Indochine (Parfumerie Générale)

 

Kreuzkümmel

Diese sehr eigenwillige Gewürznote besitzt einerseits eine süsslich-krautige Seite, doch auch körperliche Aspekte, die an Schweiss erinnern können.

 

Labdanum

Dieses aus der Zistrose gewonnene Harz war bereits im Altertum sehr beliebt und wird auch heute noch gerne als Räucherwerk eingesetzt. Es besitzt einen an Amber erinnernden Geruch mit balsamisch-honigartigen Anklängen. Wie viele Harze wird es in der Parfumindustrie oft als Fixativ verwendet.

 

Lavendel

Lavendel ist ein charakteristischer Inhaltsstoff in vielen klassischen Herrendüften sowie in den meisten Chypres und Fougères. Er hat einen süsslich-krautigen Geruch, teils mit grünen, teils mit pudrigen Facetten. Auch eine animalische Komponente kann in ihm zum Vorschein kommen.

 

Limette

Limettenöl, welches durch Pressung gewonnen wird, wird dank seiner sowohl süsslichen als auch herben Akzente vor allem als frisch-spritzige Komponente eingesetzt, die Düften einen sommerlichen Charakter verleiht.

 

Magnolie

Wenngleich man aus den Blüten dieser Pflanze natürliches ätherisches Öl gewinnen kann, so ist Magnolie eine der Duftkomponenten, die heute meistens synthetisch hergestellt wird. Magnolie verströmt einen sehr leichten, frischen Duft mit fruchtigen Akzenten, sodass sie als frühlingshaft empfunden wird.

 

Moschus

Während echter Moschus, das Drüsensekret des Moschushirsches, sehr animalisch, doch auch gleichzeitig warm riecht, riecht synthetischer Moschus, der heute meist eingesetzt wird, eher süsslich und weich, teils auch pudrig-sauber.

White Musk (Montale)

 

Muskatellersalbei

Diese als Gewürz genutzte Pflanze aus der Familie der Korbblütler zeichnet sich durch einen charakteristisch krautigen, würzigen, lavendelartigen Geruch mit Anklängen von Pfefferminze aus.

Notes (Robert Piguet)

 

Myrrhe

Das Harz des Myrrhenbaumes, welches häufig auch als Räucherwerk verbrannt wird. Myrrhe wird als warm, leicht süss und angenehm würzig, manchmal etwas balsamisch, harzig bis leicht rauchig wahrgenommen. Während das Harz gerne als Fixativ verwendet wird, kann das aus dem Harz gewonnene Öl bereits in der Kopfnote eingesetzt werden.

Myrrhe Impériale (Giorgio Armani)

 

Neroli

Aus den Blüten des Bitterorangenbaumes gewonnen, ist Neroli durch einen frischen, kräftigen und teils bitteren bis würzigen Orangenblütengeruch charakterisiert, der aber auch süsslich-aromatische Komponenten in sich tragen kann.

 

Opoponax

Opoponax ist die Bezeichnung des Harzes sowie des aus jenem gewonnenen Öls des süssen Myrrhenbaumes, welcher sich olfaktorisch deutlich von der Echten Myrrhe unterscheidet. Opoponax riecht süsslich-warm und erinnert an Zucker, wobei das Öl oft auch leicht erdig-holzige Aspekte in sich trägt.

 

Osmanthus

Osmanthus ist eine in Asien beheimatete Pflanze aus der Familie der Ölbaumgewächse, welche durch einen pfirsichartigen fruchtig-floralen, doch auch leicht holzigen Geruch charakterisiert ist, welcher auch ganz leicht animalische Aspekte in sich tragen kann.

Hermessence - Osmathe Yunnan (Hermès)

 

Patchouli

Lange Zeit assoziierte man den erdig-dunklen, leicht süsslichen Geruch von Patchouli, der teils auch muffige oder krautige Aspekte besitzen und damit

Assoziationen an Keller oder dunkle Gewölbe wecken kann, mit der Hippie-Szene. Heute wird er jedoch oft sehr elegant interpretiert und etwa gerne in orientalischen Parfums eingesetzt.

Monsieur (Frédéric Malle)

 

Perubalsam

Das aus dem Harz des Balsam-Baumes gewonnene Öl riecht süsslich schwer, weist Noten von Zimt und Vanille auf, ist aber gleichzeitig auch ein wenig  rauchig.

Khôl de Bahrein (777 Stéphane Humbert Lucas)

 

Petitgrain

Das aus den Zweigen, Blättern und unreifen Früchten des Bitterorangenbaumes gewonnene ätherische Öl wird als Petitgrain bezeichnet. Es riecht krautig-herb, frisch, doch auch blumig-fruchtig.

Bigarade Concentrée (Frédéric Malle)

 

Rosenholz

Der Rosenholzbaum gehört zur Familie der Lorbeergewächse und durch Destillation seines Holzes kann Rosenholzöl gewonnen werden, welches würzig, blumig süss und auch frisch riecht. Assoziationen an Maiglöckchen, zarte Rosen und Tee werden geweckt.

Ambre Topkapi (Parfums MDCI)

 

Safran

Safran ist eine ursprünglich orientalische Krokusart, aus deren Blüten das Safran genannte Gewürz gewonnen wird. Safran riecht relativ intensiv mit blumigen, fruchtigen, würzigen, und süssen Noten, kann aber auch bittere Anklänge haben. In der modernen Parfümerie wird Safran gerne mit Aoudnoten kombiniert.

Aoud Safran (Montale) 

 

Sandelholz

Da es kaum mehr echtes Sandelholz gibt, wird diese Duftnote meist synthetisch hergestellt. Sandelholz riecht süsslich, cremig, samtig sowie warm-holzig, kann sich jedoch auch betont trocken und beinahe ohne jegliche Süsse präsentieren.

Santal Majuscule (Serge Lutens)

 

Styrax

Das Harz der Storaxbaumes, welcher im Mittelmeerraum beheimatet ist, riecht süsslich-schwer sowie balsamisch-harzig und wird daher gerne in Damendüften eingesetzt. Häufig wird es als Fixativ verwendet, da es eine sehr gute Haltbarkeit aufweist.

 

Tabak

Die aus den Blättern der Tabakpflanze gewonnene Masse verbreitet einen warm-süsslichen, doch gleichzeitig würzig-herben Geruch, der als sehr aromatisch empfunden wird.

Tobacco Vanille (Tom Ford)

Tabac Blond (Caron)

 

Tiaré

Eine Gardenien-Art mit stark süsslich duftenden Blättern. Das aus ihr gewonnene Öl gilt als ein traditionelles Schönheitsmittel für Haut und Haare.

Intense Tiaré (Montale)

 

Tonka

Tonkabohnen sind die Samen des Tonkabaumes, welche eine trockene Süsse sowie eine warme Aura ausstrahlen. Sie riechen cremig, süsslich und erinnern an Marzipan mit Aspekten von Karamell.

Tonka (Réminiscence)

 

Tuberose

Dieser Blütenduft ist von einer Schwere charakterisiert, die irgendwo zwischen betörend und betäubend liegt. Dunkel und erotisch gibt sich dieses ätherische Öl, das auch manchmal leicht animalische Noten aufweist.

Tubéreuse Criminelle (Serge Lutens)

 

Veilchen

Das aus Veilchenblättern gewonnene Öl riecht würzig grün. Während blaue Veilchennoten oft noch einen scheuen floralen Charakter aufweisen, können grüne Veilchenblattnoten durchaus kräftig sein.

Arsène Lupin (Guerlain)

Ápeiron (Tonnato) 

 

Vetiver

Vetiver-Öl wird aus den frischen oder getrockneten Wurzeln eines mit Lemongrass verwandten tropischen Süssgrases gewonnen. Vetiver besitzt einen hell- bis dunkelgrünen und holzig-erdigen Geruch. Manchmal hat Vetiver zitrisch-frische, süssliche, wurzelartige oder feucht-sandige Aspekte. Vetiver kann sowohl wärmend als auch kühlend wirken. Je länger das Öl reift, desto besser wird seine Qualität.

Vetiver Veritas (Heeley)

 

Weihrauch

Das getrocknete Harz des Weihrauchbaumes, auch Olibanum genannt, riecht charakteristisch nach Weihrauch: rauchig sowie süsslich warm. Weihrauch-Öl verfügt neben seiner balsamischen Süsse auch über harzig-holzige Aspekte, teils weist es sogar frische und beinahe zitrische Anklänge auf.

Avignon (Comme des Garcons)

 

Ylang-Ylang
Dieses Öl, das aus den Blüten des Ylang-Ylang Baums gewonnen wird, wird häufig als aphrodisierend angesehen, kann jedoch auch Kopfschmerzen und Übelkeit bereiten. Kaum ein anderer Duft ist so betörend-floral, würzig und süsslich-balsamisch zugleich.
14°S 48°E (Richard Lüscher Britos)

Zedernholz
Der Geruch von Bleistiften ist es, an den Zedernholz viele erinnert. Von hellen Holznoten mit leicht süsslichen Aspekten bis hin zu würzigen holzig-grünen Noten reicht das Spektrum von Zedernholz, welches meist als eher maskuline Duftnote wahrgenommen wird.
Eau de Cèdre (Giorgio Armani)

 

Zibet

Ursprünglich eine Drüsenausscheidung der Zibetkatze, wird Zibet heutzutage synthetisch hergestellt. Es ist durch einen animalischen Geruch charakterisiert, der auch warme sowie süssliche Aspekte aufweist. Während er von manchen Menschen auch als unangenehm und nach „nasse Katze“ riechend wahrgenommen wird, empfinden ihn andere als überaus körperlich und betörend.

Jicky (Guerlain)

 

Zypresse

Gewonnen aus den jungen Zweigen der Zypresse, besitzt das Öl einen würzigen Charakter, jedoch auch zitrische sowie leicht ambratische Anklänge.

Italian Cypress (Tom Ford)